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Smart HUD: Freie Infos maximal nutzen

January 27, 2026 8 min Read

Nutze freie Informationen für profitable Entscheidungen.

Du spielst gerade an drei Tischen auf GGPoker, als dir etwas in der Ecke deines Bildschirms auffällt: vier kleine Zahlen, die neben dem Namen jedes Gegners schweben. Die meisten Spieler werfen nur gelegentlich einen Blick darauf, vielleicht, um vor einer großen Entscheidung eine einzelne Statistik zu prüfen. Aber du? Du wirst gleich lernen, wie du diese Zahlen in einen konstanten Vorteil verwandelst.

Der Smart HUD von GGPoker ist eines der am meisten unterschätzten Tools im Online Poker. Im Gegensatz zu HUDs von Drittanbietern, die zusätzliche Software und kostenpflichtige Abos erfordern, ist der Smart HUD direkt in den Client integriert, völlig kostenlos und für jeden Spieler am Tisch verfügbar. Der Haken? Die meisten Spieler wissen nicht, wie man ihn effektiv nutzt.

Das ändern wir jetzt.

Was ist der Smart HUD?

Der Smart HUD ist ein integriertes Feature bei GGPoker und wurde 2018 eingeführt. Seitdem wurde es mehrfach aktualisiert. Da HUDs und Tracking-Software von Drittanbietern auf der Plattform verboten sind, ist der Smart HUD deine einzige Möglichkeit, während des Spiels Statistiken über deine Gegner zu erfassen.

Der Smart HUD zeigt fünf zentrale Preflop-Statistiken an:

• VPIP (Voluntarily Put Money In Pot) – Wie oft ein Spieler freiwillig Geld in den Pot investiert
• PFR (Pre-Flop Raise) – Wie oft ein Spieler vor dem Flop erhöht
• 3-Bet – Wie oft ein Spieler gegen einen Preflop-Raiser erhöht
• ATS (Attempt to Steal) – Wie oft ein Spieler aus später Position erhöht
• Hands – Gespielte Hände insgesamt (Indikator für die Stichprobengröße)

Wichtige Einschränkung: Der Smart HUD sammelt Daten nur für die aktuelle Session und jeweils separat für jeden Tisch. Sobald du einen Tisch schließt oder deine Session beendest, werden die Statistiken deiner Gegner zurückgesetzt. Deine eigenen Spielstatistiken hingegen werden dauerhaft in PokerCraft gespeichert.

Du wirst außerdem visuelle Indikatoren rund um die VPIP-Zahl bemerken: Flammen erscheinen bei Spielern, die gerade „heiß laufen“ (gewinnen), während Eis bei Spielern angezeigt wird, die „kalt laufen“ (verlieren).

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Die einzelnen Statistiken verstehen

VPIP: Die grundlegende Statistik
VPIP verrät dir die wichtigste Information über jeden Gegner: wie viele Hände er spielt. Ein Spieler mit 15 % VPIP ist tight und sehr selektiv. Ein Spieler mit 45 % VPIP spielt fast jede zweite Hand.

VPIP-Bereich Spielertyp Bedeutung
8-15 % Sehr tight Spielt nur Premium-Hände; Raises unbedingt respektieren
16-24 % Tight Solider, selektiver Spieler
25-32 % Loose Spielt viele Hände; gut ausnutzbar
33 %+ Sehr loose Freizeitspieler; stark auf Value Bets setzen

Aber wichtig ist: VPIP allein erzählt nicht die ganze Geschichte. Ein Spieler mit 30 % VPIP, der jede Hand raist, spielt völlig anders als ein Spieler mit 30 % VPIP, der ständig nur limp-callt. Genau hier kommt PFR ins Spiel.

PFR: Indikator für Aggression
PFR zeigt, wie oft ein Spieler vor dem Flop erhöht. Vergleicht man VPIP mit PFR, erkennt man sofort, ob jemand aggressiv oder passiv ist.

Der Abstand ist entscheidend:
• VPIP 25 % und PFR 22 % → Der Spieler raist die meisten Hände, die er spielt → aggressiv
• VPIP 25 % und PFR 8 % → Der Spieler callt oft und raist selten → passiv

Faustregeln für den Gap (VPIP – PFR):
• Kleiner Gap (0–5 %) – Aggressiver Spieler, der meist raist
• Mittlerer Gap (6–12 %) – Ausgeglichen zwischen Raises und Calls
• Großer Gap (13 %+) – Passiver Spieler, der zu viel callt

Aggressive Spieler sind schwieriger zu spielen, aber berechenbarer. Passive Spieler lassen sich leichter valuebetten, sind aber schwerer zu bluffen.

3-Bet: Häufigkeit von Re-Raises
Die 3-Bet-Statistik zeigt, wie oft ein Spieler ein Open-Raise erneut erhöht. Sie ist entscheidend, um richtig auf gegnerische Aggression zu reagieren.

• 3 % 3-Bet → Re-Raises nur mit absoluten Monsterhänden. Wenn so ein Spieler dich 3-bettet: höchste Vorsicht.
• 12 % 3-Bet → Der Spieler 3-bettet auch light, inklusive Bluffs und Semi-Bluffs. Du kannst weiter callen und gelegentlich sogar 4-Bet-Bluffs einbauen.

Schnellübersicht:

• 2–4 % – Nur Premium-Hände (AA, KK, AK); alles außer Top-Hände folden
• 5–8 % – Standard-Range; normal weiterspielen
• 9–12 % – Aggressiv; Calling-Range erweitern
• 13 %+ – Sehr aggressiv; gezielt nach 4-Bet-Spots suchen

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ATS: Steal Attempt Frequency
ATS zeigt, wie oft ein Spieler aus Cutoff, Button oder Small Blind erhöht, wenn alle vor ihm gefoldet haben. Diese Statistik ist dein wichtigster Leitfaden zur Blind-Verteidigung.

Gegen einen Spieler mit 25 % ATS? Er raist aus später Position nur mit soliden Händen. Respektiere das. Gegen einen Spieler mit 55 % ATS? Er versucht nahezu permanent die Blinds zu stehlen. Zeit, Gegenwehr zu leisten.

ATS-Bereich Steal-Tendenz Deine Anpassung
20-30 % Konservativ Tight verteidigen, marginale Hände folden
31-45 % Standard Normal verteidigen
46-60 % Aggressiv Weiter verteidigen, häufiger 3-betten
61 %+ Maniac Häufig light 3-betten, mit jeder spielbaren Hand callen

Statistiken in die Praxis umsetzen

Zahlen allein bringen nichts ohne Anwendung. So nutzt du den Smart HUD in typischen Texas-Hold’em-Situationen.

Szenario 1: Gegen ein Raise spielen
Der Cutoff raist auf 2,5 BB. Du sitzt am Button mit A-J suited.
Smart HUD zeigt: VPIP 18 %, PFR 15 %, 3-Bet 4 %.

Analyse: Ein tighter, aggressiver Spieler, der nur selten 3-bettet. Sein Raise repräsentiert sehr wahrscheinlich eine starke Range. A-J suited ist hier grenzwertig. Callen ist in Ordnung, eine 3-Bet ist riskant, da er nur mit Händen weiterspielt, die dich dominieren.

Szenario 2: Big Blind verteidigen
Der Button raist. Du hältst K-9 offsuit.
Smart HUD zeigt: VPIP 42 %, PFR 28 %, ATS 58 %.

Analyse: Dieser Spieler ist loose und stiehlt extrem aggressiv. K-9 offsuit liegt vor seiner weiten Steal-Range. Verteidige dich durch Calls oder sogar 3-Bet-Bluffs. Lass dich nicht überrollen.

Szenario 3: Eine 3-Bet in Erwägung ziehen
Ein Spieler aus früher Position raist. Du hast Pocket Siebenen im Hijack.
Smart HUD zeigt: VPIP 12 %, PFR 10 %, 3-Bet 2 %.

Analyse: Ein extrem tighter Spieler, der aus früher Position eröffnet. Seine Range besteht sehr wahrscheinlich aus JJ+ und AK. Pocket Siebenen sind hier klar unterlegen. Folden und auf einen besseren Spot warten.

Spielerprofile erstellen

Kombiniere die vier Statistiken, um sofortige Spielerprofile zu erkennen:

Der Rock (VPIP 12 %, PFR 10 %, 3-Bet 3 %, ATS 25 %) – Spielt fast ausschließlich Premium-Hände. Folde gegen seine Aggression, außer du hast selbst eine starke Hand.
Der TAG (Tight-Aggressive) (VPIP 22 %, PFR 18 %, 3-Bet 7 %, ATS 40 %) – Solider, aggressiver Regular. Respektiere seine Ranges, aber folde nicht zu viel.
Der LAG (Loose-Aggressive) (VPIP 32 %, PFR 26 %, 3-Bet 11 %, ATS 55 %) – Sehr aggressiver Spieler. Mit weiteren Ranges gegenhalten und dich nicht einschüchtern lassen.
Der Fish (VPIP 45 %, PFR 12 %, 3-Bet 2 %, ATS 30 %) – Passiver Freizeitspieler. Konsequent valuebetten, nicht bluffen.

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Zugriff auf detaillierte Statistiken

Ein Klick auf den Avatar eines Spielers oder auf das Smart-HUD-Symbol öffnet ein Pop-up mit zusätzlichen Statistiken, aufgeschlüsselt nach den einzelnen Setzrunden (Streets):

CB (Continuation Bet) – Wie oft der Preflop-Raiser den Flop anspielt
FCB (Fold to Continuation Bet) – Wie oft ein Spieler gegen eine C-Bet foldet
CCB (Call Continuation Bet) – Wie oft eine C-Bet gecallt wird
RCB (Raise Continuation Bet) – Wie oft eine C-Bet geraist wird
WT / WTSD (Went to Showdown) – Wie häufig ein Spieler nach dem Flop bis zum Showdown kommt
WSD / WMSD (Won Money at Showdown) – Gewinnquote am Showdown
TAF (Total Aggression Frequency) – Gesamtmaß für Aggressivität

Das Pop-up zeigt außerdem deine Bilanz gegen diesen speziellen Spieler, inklusive der drei größten Pots, die ihr gegeneinander gespielt habt. In Turnieren siehst du zusätzlich die gesamten Turniergewinne des Spielers sowie seine aktuelle Platzierung im Leaderboard.

Einschränkungen des Smart HUD

Bevor du dich zu sehr auf diese Statistiken verlässt, solltest du ihre Grenzen kennen:

Nur sitzungsbasierte Gegner-Stats – Die größte Einschränkung: Statistiken über andere Spieler werden zurückgesetzt, sobald du den Tisch verlässt oder deine Session beendest. Langfristige Spielerprofile sind nicht möglich.
Stichprobengröße ist entscheidend – Werte aus nur 20 Händen sind nicht aussagekräftig. Warte idealerweise mindestens 50 Hände, bevor du große Anpassungen vornimmst.
Kontext verändert sich – Turnier-Statistiken unterscheiden sich von Cash-Game-Statistiken. Frühe Turnierphasen sind anders als Bubble- oder ITM-Phasen.
Spieler passen sich an – Gute Spieler verändern ihr Spiel innerhalb einer Session. Gehe nicht davon aus, dass jemand, der anfangs loose war, es auch bleibt.

Den maximalen Nutzen aus dem Smart HUD ziehen

So holst du das Beste aus dem Smart HUD heraus:

Vor jeder Entscheidung die Stats prüfen – Mach es zur Gewohnheit, nicht zur Nebensache
Auf Extreme fokussieren – Sehr hohe oder sehr niedrige Werte sind am leichtesten auszunutzen
Mit Beobachtungen kombinieren – Statistiken plus Live-Reads ergeben maximale Information
Eigene Stats überprüfen – PokerCraft zeigt auch deine Smart-HUD-Werte. Bist du zu vorhersehbar?

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Kernaussagen

Smart HUD ist sitzungsbasiert – Gegner-Stats werden beim Verlassen des Tisches zurückgesetzt; Reads müssen schnell aufgebaut werden
Für Details klicken – Das Pop-up zeigt C-Bet-Frequenzen, Showdown-Stats und deine Historie gegen den Spieler
VPIP zeigt Loose-/Tight-Spielweise – Hohe Werte = mehr gespielte Hände, weitere Ranges zum Ausnutzen
VPIP–PFR-Abstand zeigt Aggression – Kleiner Gap = aggressiv, großer Gap = passiv
3-Bet steuert deine Verteidigung – Niedrige 3-Bet-Frequenz respektieren, hohe 3-Bet-Frequenz aktiv kontern
ATS schützt deine Blinds – Hoher ATS = häufige Steals; weiter verteidigen und light 3-betten

Dein nächster Schritt

Öffne jetzt GGPoker und wirf einen Blick auf das Smart-HUD-Display. Diese fünf Zahlen waren die ganze Zeit da – bereit, dir einen Vorteil zu verschaffen. Klicke auf den Avatar eines Spielers und erkunde die detaillierten Pop-up-Statistiken. Jetzt weißt du, wie du sie nutzen kannst.

Beginne mit einer Statistik. Konzentriere dich zuerst darauf, High-VPIP-Spieler zu identifizieren und häufiger gegen sie zu valuebetten. Sobald das automatisch läuft, füge die nächste Ebene hinzu. Schon bald liest du den Tisch wie ein offenes Buch.

Die Information ist kostenlos. Den Vorteil musst du dir nur nehmen.

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