Super Saturday: Bäcker aus Herne gewinnt WSOPE-Package

Am vergangenen Samstag, dem 28. Februar, wurde beim SUPER SATURDAY von GGPoker wieder ein $10.000-WSOP-Europe-Package ausgespielt. Zehn Dollar Buy-in, ausschließlich für deutsche Spieler – und am Ende durfte sich ein Mann freuen, der Poker schon gespielt hat, als Texas Hold’em hierzulande noch eher exotisch war: Andreas Noack aus Herne.
Online kennt man ihn als StraightMan1965. 60 Jahre, von Beruf Bäcker und Konditor – also jemand, der durchaus weiß, wie man mit Hitze umgeht. Und heiß wurde es auch am Final Table, speziell im Heads-Up.
Vom $1-Qualifier ins große Abenteuer
Was diese Geschichte besonders macht: Andreas hat sich über ein Qualifier in das Super Saturday gespielt. Aus einem Dollar wurde zunächst ein $10-Ticket, und aus diesem Ticket schließlich ein Package für die World Series of Poker Europe in Prag. Teilnahme am Main Event, zehn Hotelübernachtungen im Hilton, Zugang zur GG-Lounge inklusive – eine Reise, die man nicht mal eben im Vorbeigehen bucht.
Dabei lief der Samstag für den StraightMan zunächst fast schon verdächtig souverän. Früh weit oben im Chipcount, über Stunden hinweg stabil in den Top 20, dann Final Table. Kein wildes Gezitter, kein “Shortstack Ninja durchmogeln“, sondern eher ein kontrollierter Lauf.
Das Zittern beginnt im Heads-Up
Über 30 lange Minuten dauerte das Duell gegen King Kong! Zunächst lag Andreas mit einem 4:1-Chiplead komfortabel vorne. Alles schien in trockenen Tüchern. Doch plötzlich drehte sich das Momentum, und er geriet deutlich ins Hintertreffen. Aber Andreas blieb ruhig. Vielleicht half ihm seine jahrzehntelange Karten-DNA. Nach über sechs Stunden Spielzeit riss er das Ruder noch einmal herum und sicherte sich Preisgeld und Package.

Poker liegt in der Familie
Bereits Anfang der 80er saß er mit seinen Brüdern und den Freunden seiner Schwestern am Tisch, gespielt wurde 5-Card-Draw, ganz klassisch. Zwar immer ohne wirkliche Einsätze und rein zum Spaß. Aber hier wurden bereits die ersten Bluffs und Value-Bets trainiert. Und diese Leidenschaft ist in Familie Noack längst in die nächste Generation weitergegeben worden. „Papa, Brüder, Söhne, Neffen … bei uns spielen alle Texas Hold’em und haben einen Account bei GGPoker“, erzählt Andreas.
So richtig ernst mit Texas Hold’em wurde es für ihn allerdings erst so 2006. Zunächst als regelrechter Freeroll-Hunter. Value mitnehmen, wo es geht – eine Tugend, die man als Konditor vermutlich ebenfalls beherrscht. Heute dürfen es zwischendurch auch mal Turniere bis 50 Dollar Einsatz sein, im Cashgame gern eine Partie “Rush & Cash“. Aber alles immer mit Maß und Vernunft.
Live ist er zwei- bis dreimal pro Jahr unterwegs. Sein bislang größter Cash gelang ihm im September 2023 in Tschechien: Platz 2 bei der APAT im Grand Casino AŠ für 7.272 Euro. Vielleicht ein gutes Omen, dass es nun erneut nach Tschechien geht?!
Das größte Buy-in seiner Karriere lag bisher bei 550 Dollar. Das WSOP Europe Main Event ist da also noch einmal eine ganz andere Hausnummer. Aber wer sich über einen Dollar ins Abenteuer spielt, der weiß: Im Poker zählt nicht der Einsatz, sondern die Entscheidung.
Kameraerfahrung vorhanden
Sollte Andreas es in Prag an einen Feature Table schaffen, so wäre das für den Rheinländer übrigens kein Neuland in Sachen Kameraerfahrung. Diverse Nebenrollen als Schauspieler – unter anderem bei “Auf Streife“ oder Kurzauftritte in der “Witzehölle“ von Markus Krebs – stehen bereits in seiner Vita. Lampenfieber? Eher nicht.
Und wie groß war die Freude nach dem entscheidenden River? „Wundert euch nicht, wenn nächsten Samstag der nächste aus der Familie Noack ein Package gewinnt!“, grinste der frischgebackene Sieger selbstbewusst zum Abschluss des Interviews. In Herne wurde an diesem Abend jedenfalls nicht nur Brot gebacken, sondern Poker-Geschichte geschrieben.





