WSOP Europe History: Minusrekord in Berlin

Im Jahr 2015 war die Spielbank Berlin Gastgeber der World Series of Poker Europe 2015. Die Erwartungen an das Event in der deutschen Hauptstadt waren riesig, doch es endete mit einem Minusrekord für die Ewigkeit.
Enttäuschende Zahlen beim Main Event
Zehn Bracelets wurden im Oktober 2015 in Berlin ausgespielt, und insgesamt betrachtet, waren die Zahlen der WSOP Europe durchaus solide. Für die Ausnahme sorgte aber ausgerechnet das €10.350 Main Event. Und dass, obwohl die Messlatte nicht allzu hoch lag.
In den Jahren 2011 bis 2013 war die Teilnehmerzahl in Frankreich von 593 auf 375 zurückgegangen. Dieser Trend sollte in Berlin gestoppt werden. Doch am Ende gab es mit 313 Teilnehmer nicht nur eine herbe Enttäuschung, sondern das bis heute am schwächsten besuchte Main Event der WSOP Europe.
Diese Zahl war aber nur einer von vielen Gründen (Kapazitäten, Regulierung, langfristige Partnerschaft), die schließlich dazu führten, dass es die einzige WSOP Europe in Berlin blieb.
Deutscher Gewinner beim Rekordturnier
Einen Rekord gab es in Berlin. Mit 2.144 Entries (Preispool €1.039.000) setzte das €550 The Oktoberfest (Event #2) eine neue Bestmarke für das größte Teilnehmerfeld bei WSOP Europe. Bis dahin hatte das €1.090 NLHE der WSOP Europe 2011 in Cannes diese Liste mit 771 Entries angeführt. Der Unterschied lag aber nicht nur beim Buy-In. Im Gegensatz zum Turnier in Cannes wurde The Oktoberfest mit vier Starttagen und Re-Entry-Option gespielt (ein Entry pro Starttag).

Mit Dietrich Fast trug sich zum zweiten Mal nach Thomas Bihl (2007) ein deutscher Spieler in die Siegerliste der WSOP Europe ein. Für den damals 31-Jährigen war es sein erstes und bis heute einziges Bracelet, das Preisgeld belief sich auf €157.749.
Griechenland schreibt Poker-Geschichte
Für einen historischen Sieg sorgte Makarios Avramidis. Der seit 1970 in Deutschland lebende Gastronom gewann beim €2.200 NLHE 6-Max (Event #1) als erster Grieche überhaupt ein WSOP Bracelet. Im hochklassig besetzten Finale verwies er unter anderem Marvin Rettenmaier, Stephen Chidwick und Paul Michaelis auf die Plätze und kassierte €105.000 Preisgeld.

Aber damit waren die Pokerspieler aus Griechenland noch längst nicht am Ende. Pavlos Xanthopoulos feierte den Sieg beim €3.250 NLHE (Event #6) für €182.510, Georgios Sotiropoulos das €1.100 NLHE Turbo (Event #8) für €112.133.
Die Überflieger aus Übersee
Die ganz großen Abräumer der WSOP Europe in Berlin kamen aber aus den USA und Kanada. Jonthan Duhamel, WSOP Main Event Champion von 2010, setzte sich beim €25.600 NLHE High Roller (Event #10) durch und räumte €554.395 ab. Christoph Vogelsang (€121.020) und Fedor Holz (€96.625) mussten sich mit den Plätzen fünf und sechs zufriedengeben.

Kevin MacPhee gewann das €10.350 Main Event und €883.000. Für den US-Amerikaner war es nach seinem EPT-Titel 2010 der zweite Sieg bei einem Major-Turnier in der deutschen Hauptstadt. Aus deutscher Sicht belegten Kilian Kramer (€175.000) und Johannes Becker (€60.000) die Plätze fünf und neun.



