WSOP Europe History: Rozvadov begrüßt die Pokerwelt

Quo vadis? Diese Frage stellten sich die Verantwortlichen der World Series of Poker im Jahr 2016 für Europa und den Raum Asia Pacific. Das 2013 eingeführte Rotationsmodell (WSOP E in ungeraden Jahren, WSOP APAC in geraden Jahren) wurde zu den Akten gelegt. Das Projekt WSOP APAC komplett sogar komplett eingestellt. Die Expansion der WSOP Europe dagegen weiter vorangetrieben.
Die WSOP Europe zieht nach Tschechien
Mit Erfolg, denn im Oktober 2016 verkündeten die WSOP und das King’s Resort (damals noch King’s Casino) eine mehrjährige Partnerschaft inklusive Austragung der WSOP Europe 2017. Auch wenn der Standort in Rozvadov wenig her machte, kam die Kooperation nicht wirklich überraschend. In der 2014 eingeweihten Poker Arena (über 160 Tische) fand im Oktober 2015 erstmals die WSOP Circuit Series mit 13 Ring Events statt. Zwar hielt man mit den Stopps in den USA nicht mit, setzte für europäische Verhältnisse aber neue Maßstäbe (5.768 Entries, über €2,6 Millionen an Preisgeldern). Ein Jahr später, wenige Tage nach der Bekanntgabe der Partnerschaft, verlief die zweite WSOPC-Ausgabe im King’s noch erfolgreicher.

Bei der WSOP Europe 2017 wurden dann 11 Bracelets ausgespielt und die Erwartungen deutlich übertroffen. Das galt insbesondere für das €550 The Colossus (4.115 Entries) und das €111.111 High Roller for One Drop (132). Beim €10.350 Main Event blieb der Rekord von 2011 in Cannes (593 Entries) unangetastet. Mit 529 Entries knackte man aber zum zweiten Mal in der Geschichte der WSOP Europe die Marke von 500.
Dominik Nische krönt sich zum König der High Roller
Das Main Event verlief aus deutscher Sicht enttäuschend, das beste Ergebnis erzielte Rainer Kempe mit Platz 22. Den Sieg samt €1.115.207 schnappte sich der Spanier Marti de Torres vor dem Italiener Gianluca Speranza (€689.246). Maria Ho (€174.365) erreichte als beste Frau Platz sechs.
Dominik Nitsche landete dagegen den größten Erfolg seiner Karriere beim High Roller for One Drop. Der Deutsche gewann sein viertes Bracelet und kassierte mit €3.487.463 sein bis heute höchstes Preisgeld. Heads-up setzte er sich gegen Landsmann Andreas Eiler (€2.155.418) durch. Auch der Weißrusse Mikita Bodyakovsky (€1.521.312) und der Österreicher Thomas Mühlöcker (€1.096.206) gewannen siebenstellige Preisgelder.

Ein weiteres Highlight war aus deutscher Sicht das €550 Pot-Limit Omaha. Andreas Klatt setzte sich Heads-up gegen Nico Ehlers (€34.860) durch und bekam für sein erstes Bracelet €56.400 ausbezahlt.
Die bekanntesten internationalen Spieler unter den Bracelet-Gewinnern waren Martin Kabrhel (€53.557) beim €1.100 NLHE Super Turbo Bounty, Chris Ferguson (€39.289) beim €1.650 Pot-Limit Omaha sowie Niall Farrel (€745.287) beim €25.000 NLHE High Roller.


