Super Saturday: WSOP-Quali statt CL-Finale

Manchmal entscheidet im Leben nur ein einziges Fußballspiel darüber, ob man wenige Wochen später plötzlich bei der Poker-Weltmeisterschaft in Las Vegas sitzt. Zumindest bei Kai aus Rheinland-Pfalz war das offenbar so.
Der 44-jährige Ingenieur aus Mainz sicherte sich über das SUPER SATURDAY auf GGPoker ein das $10.000-Ticket zum WSOP Main Event. Nun könnte es für ihn vom 2. bis 16. Juli auf die Reise seines Lebens gehen. Dabei hätte es beinahe gar nicht dazu kommen sollen.
„Wenn die Bayern das Halbfinale gegen Paris gewonnen und das Endspiel erreicht hätten, dann hätte ich das SUPER SATURDAY definitiv nicht gespielt, sondern mir das CL-Finale im Fernsehen angeschaut“, erzählt der leidenschaftliche Fußball-Fan. „Das Schicksal wollte es wohl so.“
Für Kai entwickelte sich der Samstagabend stattdessen zu einer nahezu perfekten Pokersession. Bereits als Chipleader erreichte er den Finaltisch und konnte seine gute Ausgangsposition anschließend konsequent nutzen. „Ich hatte ein wenig das Gefühl, dass einige Spieler am Finaltisch zu passiv agiert haben. Das habe ich, glaube ich, ganz gut ausgenutzt.“ Das Ergebnis: Platz eins, das begehrte WSOP-Ticket und jede Menge Vorfreude auf die kommenden Wochen.
Vom Limit Hold’em zu den großen Satellites
Poker begleitet Kai bereits seit mehr als 25 Jahren. Angefangen hat alles mit Limit Hold’em, ehe er später zum heute deutlich populäreren No-Limit Hold’em wechselte. Online ist der Mainzer meist in Turnieren rund um die 10-Dollar-Kategorie unterwegs. Besonders angetan haben es ihm allerdings Satellites. „Ich spiele sehr gerne Qualifikationsturniere für größere Events“, sagt Kai. Eine Vorliebe, die nun eindrucksvoll belohnt wurde.
Seinen bislang einzigen Eintrag in der Hendon Mob Datenbank sammelte Kai ausgerechnet bei einem Besuch in Las Vegas. Der liegt allerdings 14 Jahre zurück. Damals belegte er im Caesars Palace in einem 100-Dollar-Turnier Platz sechs und nahm 1.034 Dollar Preisgeld mit nach Hause.

Die Siegesfeier fand in der Stammkneipe statt
Nach dem Turniersieg beim Super Saturday blieb Kai zunächst erstaunlich bodenständig. Statt großer Party oder Champagnerdusche ging es einfach noch um die Ecke in die Stammkneipe. „Ich habe mir noch ein bis zwei Weinschorlen auf den Sieg gegönnt“, erzählt er mit einem Grinsen. Nach kurzem Nachdenken folgt die Korrektur: „Vielleicht waren es auch zwei oder drei mehr.“
Jetzt fehlt nur noch das endgültige Go
Zu 100 Prozent perfekt ist die Vegas-Reise allerdings noch nicht. Die mündliche Zusage seines Arbeitgebers für den benötigten Urlaub liegt zwar vor, die finale Genehmigung steht jedoch noch aus. „Ich hoffe, dass das in den nächsten Tagen passiert. Ich bin aber optimistisch.“ Und als wäre das nicht schon spannend genug, wartet Kai noch auf eine zweite Entscheidung. Denn wenn alles ideal läuft, wird ihn ein langjähriger Pokerfreund nach Las Vegas begleiten. Auch dort hängt allerdings noch alles an der endgültigen Urlaubsgenehmigung.
Lernen von Kevin Martin und Marc Gork
Wenn Kai nicht selbst spielt, schaut er gerne anderen beim Pokern zu. Besonders der kanadische Poker-Streamer Kevin Martin gehört zu seinen Favoriten. Aber auch die Streams von Marc Gork verfolgt er regelmäßig, um neue Ideen mitzunehmen und sein eigenes Spiel weiterzuentwickeln. Vielleicht zahlt sich genau diese Mischung aus Erfahrung, Lernbereitschaft und Geduld nun aus.
Und vielleicht zeigt die Geschichte von Kai einmal mehr, warum Satellites so beliebt sind. Ein gewöhnlicher Samstagabend, ein Buy-in von nur 10 Dollar und wenige Stunden später steht plötzlich die Chance auf die Reise zur Poker-Weltmeisterschaft im Raum.





