Super Saturday: Satellite-Champion gewinnt nächstes WSOP-Ticket

Von Martin “Potti” Pott
Wenn Benni morgens zur Arbeit fährt, geht es normalerweise eher um Cremes, Pflegeprodukte und Verkaufsgespräche als um Millionenpots, All-Ins und die ganz große Bühne der Pokerwelt. Der 39-Jährige aus der Nähe von München arbeitet im Vertrieb für Kosmetik-Produkte. Ein Beruf, bei dem man Menschen überzeugen muss, sympathisch auftreten sollte und vermutlich auch lernt, mit Rückschlägen umzugehen. Eigenschaften, die am Pokertisch bekanntlich ebenfalls nicht ganz unwichtig sind.
Freeroll-Abenteuer WSOP
Nun allerdings wartet auf Benni ein Abenteuer, das sich eher wie ein Film als das normale Leben anhört. Der langjährige Pokerfan hat sich am vergangenen Samstag über das SUPER SATURDAY von GGPoker.de den $10.000-Bracelet-Pass für das legendäre WSOP Main Event in Las Vegas gesichert – also für die Poker-Weltmeisterschaft. Und das, ohne dafür einen einzigen Cent investieren zu müssen – sozusagen per Freeroll. Über eine Deposit-Promo erhielt er mehrere 10-Dollar-Tickets für das Super Saturday gutgeschrieben und einer dieser Versuche bringt ihn nun auf die größte Bühne der Pokerwelt. Kein klassischer Poker-Profi also, der irgendwo abgeschottet an Solver-Strategien tüftelt. Sondern vielmehr genau die Art von Spieler, mit der sich unzählige Hobbyspieler identifizieren können.
Vielleicht berührt mich die Geschichte auch deshalb ein wenig mehr als andere, denn ich kenne Benni bereits seit Ewigkeiten. Schon vor rund 15 Jahren war er aktiver Stammzuschauer während unserer allerersten Livestreams – damals noch mit Knossi. Sein Name tauchte regelmäßig in den Freeroll-Ranglisten auf, weil er immer wieder vorne landete. Einer dieser Community-Spieler, die über Jahre einfach dazugehören. Umso kurioser war es, als ich Benni vor einigen Wochen plötzlich in Prag wiedertraf.
Aber nicht zufällig. Natürlich hatte er sich auch dort wieder über einen GGPoker-Satellite ein Package für die World Series of Poker Europe erspielt. „Die Qualifier bei GGPoker sind sehr attraktiv. Teilweise mit riesigem Overlay. Die darf man einfach nicht verpassen“, erzählt Benni.

Der Mann mit dem Qualifier-Händchen
Und tatsächlich könnte man ihn mittlerweile fast schon als eine Art Satellite-Champion bezeichnen. Zweimal qualifizierte sich der 39-Jährige bereits für das WSOPE Main Event. Dazu kam Anfang 2025 sogar ein gewonnenes Package für das gigantische $25.000 Super Main Event auf den Bahamas. Und schon 2024 gelang ihm die Qualifikation für das Main Event in Las Vegas. „Das klingt selbst für mich immer noch komplett absurd“, sagt Benni lachend.
Ein Cash bei einem dieser Mega-Events blieb bislang allerdings noch aus. Doch vielleicht macht genau das diese Geschichte so spannend. Vielleicht hebt sich Poker seine schönsten und größten Geschichten manchmal einfach ein wenig länger auf.
Ein Geheimrezept für seine vielen gewonnenen Qualifier hat Benni übrigens nicht. „Nein, nicht wirklich. Es klappt ja auch längst nicht immer direkt mit dem ersten Versuch. Man muss geduldig sein und beharrlich dranbleiben. Und natürlich die Augen offenhalten, wenn irgendwo gutes Overlay drin ist. Ich spiele auch nur dann, wenn ich mich fit und ausgeruht fühle. Das ist für mich die absolute Grundvoraussetzung und vielleicht mein kleiner Geheimtipp.“
Kein Superstar. Sondern Benni.
Nach Las Vegas reist Benni übrigens nicht alleine. Begleitet wird er von seinen besten Freunden, die bereits bei der Bahamas-Reise im Dezember mit dabei waren. Pokerspieler seien die Jungs zwar eher nicht, erzählt Benni lachend. Dafür sollen sie in Vegas eine andere wichtige Aufgabe übernehmen. „Ich hoffe einfach, dass sie mir den nötigen Support geben.“
Da fliegt kein Superstar nach Nevada. Kein Profi mit eigener Coaching-Crew. Sondern ein bodenständiger Typ aus Bayern, der tagsüber Kosmetik-Produkte verkauft und nun plötzlich die Chance seines Lebens bekommt. Vielleicht endet das Abenteuer bereits an Tag 1. Vielleicht sitzt ihm direkt am ersten Tisch Phil Ivey gegenüber und nimmt ihm sämtliche Chips ab. Vielleicht aber schreibt Benni Anfang Juli plötzlich selbst eine dieser Geschichten, wegen denen Menschen Poker überhaupt lieben.
Poker wäre zumindest verrückt genug dafür.





